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Jahresrückblick 2020


Der Start ins neue Jahr 2020 war ein guter, ja sogar ein fulminanter. Im Januar und Februar wurde ein riesiges Paket an Baumaßnahmen auf den Weg gebracht. Es wurden die endgültigen Festlegungen für die Schulbaumaßnahme getroffen, die Vergaben für die Erschließung des Baugebietes Hoberten IV beschlossen, die Arbeiten für den Austausch der Wasserleitung in der Mariazeller Straße vergeben, die Betreuungsmöglichkeiten im Kindergarten Locherhof ausgeweitet, die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges auf den Weg gebracht oder auch städtebauliche Entwicklungen durch Beschlüsse über Bebauungspläne ermöglicht. Nachdem der Winter auch im Januar auf sich warten ließ, haben auch die Bauarbeiten zu Gas und Glas kaum Pause gemacht. Im Januar wurde mit dem Ausbau in der Schwarzen Gasse begonnen. Gleichzeitig ist es gelungen, den Glasfaserausbau auf einen sehr guten Weg zu bringen, nachdem Mitte 2019 Stillstand eingetreten war. Ganz nebenher haben wir ein herrliches Narrentreffen der Hecke Pfiefer Narrengilde in Locherhof gefeiert und – das wollen wir auch nicht vergessen – einen Auftakt zum Jubiläum „50 Jahre Musikverein Locherhof“ erleben dürfen, der wirklich Lust auf mehr gemacht hat. Ab März 2020 war die Welt dann aber eine andere. Ganz vorne auf der Tagesordnung stand plötzlich der Bericht zur Corona-Pandemie und deren Auswirkungen. Wir haben unsere angestammten Tagungsräume verlassen und sind in die Mühlbachhalle ausgewichen. Im April haben wir eine Sitzung ausgesetzt und stattdessen erstmals in der Geschichte unserer Gemeinde im elektronischen Verfahren entschieden.
2020 bleibt uns im Rückblick vermutlich als ein Jahr des Verzichts in Erinnerung. Die meisten Veranstaltungen, auf die wir uns gefreut haben, konnten nicht stattfinden: die Jubiläumsveranstaltungen des Musikvereins Locherhof, Kultur spezial des Sportvereins Mariazell, der Teufencup des FV Locherhof, Wettbewerbe des Hundesportzentrums, das offene Gartentürle des OGV, die Mai-, Sommer- und Herbstfeste, etliche Konzerte. Kindergärten und Schulen waren im Frühjahr geschlossen und sind es nun auch wieder. Geschäfte und Gaststätten mussten und müssen geschlossen bleiben. Viele Branchen haben erhebliche Einbrüche erlebt, besonders hart traf es beispielsweise die Reisebranche. Folge waren Kurzarbeit, Sorge um Arbeitsplätze und auch Sorgen um das Überleben von Unternehmen. Folge der Krise war aber auch, dass das Miteinander, das Zwischenmenschliche in erheblichem Maß auf der Strecke bleiben musste.
Der geplante Dialog mit der Einwohnerschaft so wie in jedem der vergangenen Jahre in Form von Bürgerversammlungen, Ideenbörsen oder ähnlichem konnte nicht stattfinden oder zumindest nicht in der vorgesehenen Weise. Auch geplante bürgerschaftliche Aktionen hat Corona nicht zugelassen.
Viele würden angesichts des vielfachen Verzichts von einem verlorenen Jahr sprechen. Trotz des Verzichts, trotz vieler zusätzlicher Herausforderungen und trotz vielem, was umständlicher oder unmöglich wurde, war 2020 für unsere Gemeinde kein verlorenes Jahr – ganz im Gegenteil: Wir haben, wie die Aufzählung eingangs bereits angedeutet hat, in einem Maß in die Zukunft unserer Gemeinde investiert, wie dies wohl selten zuvor. Investiert wurde in erster Linie in Bildung, in den Glasfaserausbau und damit in die Digitalisierung und auch in der Energieversorgung. Gerade Corona hat gezeigt, dass wir uns bei Digitalisierung und Bildung gut aufstellen müssen.
Letzteres aufgreifend: Mit jedem Tag des Baufortschritts wird deutlicher erkennbar, dass mit dieser Baumaßnahme ideale Lernbedingungen für unsere Kinder geschaffen werden. Die Mühen, die sich die Schulleitung, der Gemeinderat, die Gemeindeverwaltung, das Planungsbüro ktl und das Bauamt Dunningen mit pädagogischen Konzepten und Planungen gemacht haben, haben sich rentiert. Als vorteilhaft hat sich auch die gewählte Vorgehensweise der Vergabe auf einen Schlag erwiesen. So konnte schnell in hohem Maß Planungs- und Kostensicherheit hergestellt werden. Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass der Haushaltsansatz und auch die niedrigere letzte Kostenberechnung unterschritten werden. Neben dieser Baumaßnahme investierten wir in diesem Jahr bereits in die Digitalisierung an der Schule. Wir werden mit der Baumaßnahme Bedingungen bieten können, wie sie hin und wieder selbst an weiterführenden Schulen aktuell nicht gegeben sind.
Das aufwändigste Projekt in unserer Gemeinde ist das Modellprojekt Gas und Glas. Die EGT und die von ihr beauftragte Firma Leo Hermann hat dieses Jahr im Tiefbau ein Rekordprogramm umgesetzt mit Erschließungen in der Weilerner Straße, im Mühlweg, im Weiher in der Hardter Straße, in der Schwarzen Gasse, im Hoberten, in der Schramberger Straße, im Neubaugebiet und in der Teufenstraße. Die Zahlen sind beeindruckend. Zwischenzeitlich wurden rund 25 km Gasleitungen gebaut und 368 Hausanschlüsse geschaffen (ohne Teufenstraße und Schramberger Straße). 56 Hausanschlüsse sind zwischenzeitlich aktiv. Dort wird also mit Gas geheizt. Wir haben allen Grund dankbar zu sein, dass wir vor 5 Jahren im Zuge des Konzessionsverfahrens einen so engagierten, kommunalfreundlichen und innovativen Partner wie die EGT Triberg gewinnen konnten.
Beim Glasfaserausbau ist es uns dieses Jahr gelungen, aus der Talsohle herauszukommen. Nach dem Ausstieg des ursprünglich von der Telekom mit dem Einblasen der Glasfaserleitungen Unternehmen begann eine aufreibende Zeit. Zwischenzeitlich wurde der Auftrag an die kompetente und engagierte Mannschaft der Firma Leonhard Weiss vergeben. Daher konnten zwischenzeitlich 14 neue Netzverteiler ausgebaut, ca. 82 km Glasfaserkabel verlegt und 264 Gebäuden mit Glasfaseranschlüsse fertig montiert werden. Aktuell sind 150 Anschlüsse buchbar. In Kürze soll eine weitere Tranche mit etwa 100 weiteren Gebäuden folgen. Manchem geht das viel zu langsam. Ein Blick über den Tellerrand zeigt aber, dass in Eschbronn spätestens in der ersten Jahreshälfte 2021 ein Zustand erreicht sein wird, den die so genannte „Gigabitregion Stuttgart“ bis zum Jahr 2025 anstrebt.
Ein ebenfalls unverkennbarer Schwerpunkt war in diesem Jahr die Erschließung von Wohnbauland. Nach dem Planungsverfahren und der Baulandumlegung konnte im Frühjahr den Startschuss für die Erschließung von Hoberten IV geben. Die Erschließungskosten werden sich auf rund 1,2 Mio. € belaufen. Die Nachfrage nach Bauplätzen ist hoch. Es ist erfreulich, dass sich eine gute Mischung aus einheimischen und auswärtigen Bauinteressenten ergeben hat.
In Eschbronn gibt es aber auch eine erhebliche Nachfrage nach Mietwohnungen, teilweise auch nach Eigentumswohnungen und behindertengerechten Wohnungen. Mit dem Bebauungsplan Mühlbach sind wir dabei, Geschosswohnungsbau zu ermöglichen und diese Bedarfe zu befriedigen. Gleiches gilt für den Bebauungsplan Brenntenwald..
Auch im gewerblichen Bereich wurden weitere Erschließungsmaßnahmen zum Abschluss gebracht und damit gewerbliche Baumaßnahmen ermöglicht. Im kommenden Jahr soll die Entwicklung durch einen Gemarkungstausch und das Verfahren für einen Bebauungsplan im Gewerbegebiet Ob Heckenwald weiter geführt werden.
Einen wesentlichen Schritt vorangekommen ist das Projekt Radweg Eschbronn – Sulgen. Der Radweg wird die Attraktivität unserer Gemeinde steigern. Dieses Jahr wurde ein Entwurf ausgearbeitet. Der Kreistag hat dem Projekt und der Mitfinanzierung zugestimmt. Die Kreisverwaltung hat die Zuschussanträge bei Bund und Land gestellt.
In der Ortsmitte Locherhof haben sich Entwicklungsmöglichkeiten durch den Erwerb des Grundstücks Schönbronner Straße 9 und eine Teilfläche des Grundstücks Schönbronner Straße 7. Mit Unterstützung der Hecke Pfiefer Narrengilde wurde das Gelände für eine öffentliche Nutzung erschlossen.  Das Gebäude Schönbronner Straße 9, also das Lagergebäude, soll kommendes Jahr abgebrochen werden, um das Gelände einer Neubebauung zuführen. Auf der angesprochenen Teilfläche des Grundstücks Schönbronner Straße 7 wurden öffentliche Parkplätze ausgewiesen, um den Stellplatzbedarf durch Arzt- und Naturheilpraxis oder auch für Veranstaltungen in der Oase, in der Turn- und Festhalle oder auf dem Festplatz zu decken.
Trotz allem gab es auch dieses Jahr mit dem Narrentreffen der Hecke Pfiefer Narrengilde eine außergewöhnliche Veranstaltung mit überörtlichem Interesse erleben..
Ein Meilenstein für die Feuerwehr war in diesem Jahr sicherlich die Auftragsvergabe für die Lieferung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges LF10. Das hat im Detail auch zur teils leidenschaftlichen Diskussion geführt. Das ist verständlich, denn bei uns kommt eine Fahrzeugbeschaffung her selten vor und die Fahrzeuge müssen auch etwas länger durchhalten.
Dieses Jahr wurden aber auch Weichenstellungen für künftige Investitionen getroffen und wichtige Impulse gesetzt etwa für die Weiterentwicklung unserer Kindergärten und für eine Gebäudekonzeption.
Der Bürgermeister hat sich bei den Mitgliedern des Gemeinderates für Ihr Engagement, für die viele Zeit, für viele Initiativen, für die gute Zusammenarbeit in einem besonders arbeitsreichen Jahr bedankt. Der Dank galt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde in der Verwaltung, im technischen Bereich, in den Kindergärten, in der Schule oder im Reinigungsdienst sowie im Zuge der Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Dunningen. Corona, die vielen Baustellen in diesem Jahr, die Vermarktung von Bauplätzen, viele Planungen, die gestaltung bedarfsgerechter Angebote in unseren Kindergärten und manches mehr haben die Verwaltung an die Belastungsgrenze gebracht. Der Dank galt auch der Einwohnerschaft, die in vielen Fällen durch bürgerschaftliches Engagement die Gemeinde erheblich entlastet hat, den Vereinen, den Kirchengemeinden und Organisationen, die ihren Beitrag dazu leisten, unsere Gemeinde lebens- und liebenswert zu erhalten, auch in Coronazeiten, oder auch den  Elternbeiräten der Kindergärten und der Schule.  Weiterhin bedankte sich der Bürgermeister beim Landkreis, beim Regierungspräsidium und anderen Behörden aber auch bei den Abgeordneten für ihre Unterstützung. Nicht zuletzt bedankte er sich auch bei den gewerbetreibenden, die auch in schwierigen Zeiten Arbeitsplätze bieten und der Gemeinde Steuererträge ermöglichen.